Pure Feather

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Pure Feather

Bible Bloody Sunday - Prolog

Prolog

Um mich herum ist alles schwarz. Tief und trüb, wie ein Nebel, der mich umschlungen hält. Solche Situationen sind mir neu, und noch ehe ich begreifen kann, worum es sich bei diesen merkwürdigen, schwarzen Gasen handelt, durchbricht Licht das Dunkel. Erschrocken kneife ich die Augen zusammen und lausche. Die Engelsglocken, die mir mit ihrem himmelsgleichen Klimpern den Weg deuteten, stellen sich lediglich als das jämmerliche und kalte Piepen des EKGs heraus. Es ist das Einzige, was mir zeigt, dass ich noch am Leben bin. Ich lebe – das ist mir neu. Wie kommt’s?
Schweigend blicke ich mich in dem Raum, in dem ich mich befinde, um. Er ist weiß, gekachelt, wirkt steril. Und mit dem körperlichen Empfinden kehrt auch das Gefühl der Verwirrung in meinen Körper zurück. Warum zum Teufel bin ich hier? Ich kann mich nicht erinnern, an diesen Ort gebracht worden zu sein. Ein piepsiges „Oh, du bist wach“, dringt an meine Ohren und ich bin wach. Meine Augen haben sich nun endlich an das grelle Licht der Lampe gewöhnt und ich öffne sie vollkommen, doch ich erblicke etwas anderes, als ich erwartet hätte. Es ist keine Krankenschwester, die dort mit ihrer angenehmen Sopranstimme vor mir steht und mich umsorgt.
Es ist ein Junge. Wohl eher ein Teenager, aber viel älter als dreizehn scheint er mir nicht zu sein.
Er mustert mich unsicher und zu meiner allgemeinen Verwirrung gesellt sich nun noch die Frage, was dieser Junge hier zu suchen hat. So schwach, wie er wirkt, gehört er garantiert nicht hierhin.
Schweigend starre ich ihn an und er weicht zurück. Mit seinen hellblonden Haaren und den rotgräulichen Augen wirkt er… engelsgleich. „Wer bist du?“, fragte ich und richte mich vorsichtig auf. Es tut nichts weh, also ist scheinbar auch nichts kaputt. Was mache ich hier? Von dem Jungen jedenfalls fällt jegliche Anspannung hinab. Hat er- Er hat doch nicht etwa Angst vor mir? Der Gedanke entlockt mir ein leises Lachen. Es drängt mir, meine Arme zu betrachten, doch ich kann meine Augen nicht von dem Knaben abwenden. Auch ihm geht es nicht anders. „Soll ich einen Arzt rufen?“, fragt er leise und legt die Mappe, welche er in der Hand hält, auf mein Bett. Joshua Miller steht darauf. Joshua. Miller. Das ist mein Name. Was soll ich mit einem Arzt? zischt es in meinem Kopf, aber ich spreche es nicht aus. Mir geht es gut. „Wer bist du?“, frage ich erneut und kralle meine Finger in das gräuliche Bettlaken. Der Kleine schweigt. Darf er es mir nicht sagen? „Wer bist du, verdammt noch mal?!“ Sofort zuckt ein Schmerz in meinem Kopf auf und ich drehe den Blick nach unten. Meine Arme sind blass, blasser als sonst. Dünn. Sie sehen kränklich aus und an einem hat man eine Kanüle befestigt. Eine durchsichtige Lösung fließt durch einen Schlauch hinein. Cool.
„Mein Name ist Shoji Watanabe“, antwortet er nun endlich und seine Stimme ist noch immer so sanft wie zuvor. „Bitte verzeih, wenn ich unhöflich war – ich war noch nie dabei, wenn jemand aufwachte, ich sollte lediglich eine Akte holen. Kann ich dir helfen?“ Shoji Watanabe… ein Japaner? Okay, in anbetracht dessen, in welchem Land ich mich befinde, eigentlich kein Wunder, aber seine Züge sind europäisch. Eindeutig… ich bin ja nicht blöd. „Du bist kein Japaner“, meine ich kalt und mustere ihn kritisch von oben bis unten. Er fühlt sich unter meinem Blick nicht wohl, windet sich unmerklich und seufzt dann. „Doch bin ich.“ „Ah. Und warum hast du dann so einen hellen… Teint? Gott, was interessiert mich das eigentlich… wo sind wir hier?“ „Ich leide an Albinismus“, antwortet der Kleine mit einem lautlosen Knurren und deutet auf die Akte. „Da sind die Haare so hell. Du bist im Krankenhaus, mach dir keine Sorgen. Vor einer knappen Woche hat man dich aus dem Raum in eurer Wohnung herausgeholt. Der Tropf ernährt dich künstlich und-“ „Halt die Klappe.“ Er ist ruhig, aber mich wühlt es auf. Bruchstückchenartig dringen die Erinnerungen zurück zu mir und entlocken ein leises Stöhnen aus den Untiefen meiner Lungen. Emily… Lucy… „Mary! Wo ist Mary?“, frage ich ihn und meine Stimme überschlägt sich, der Schmerz in meinem Kopf zuckt erneut und fängt an zu pulsieren. Ich schwanke. Oder ist es der Raum, der sich so dreht? Erneut frage ich Shoji, doch seine Antwort dringt nicht mehr zu mir durch. Viel zu schnell sind diese Wolken, die erneut zu mir durchdringen und mir die Sicht rauben. Sich um mich schlängeln und einlullen. Der Raum dreht sich wirklich, nun sehe ich nur noch die Decke. Jemand hat den Ton abgeschaltet, wie bei einem Fernseher und auch die Bildfläche wird immer kleiner. Dann ist der Fernseher aus, es ist schwarz.
Und tief in meinem Inneren weiß ich es. Sie sind tot. Alle sind sie tot.
5.8.06 19:07


Bible Bloody Sunday

Bible Bloody Sunday kommt zurück :3
Da ich bei dem Schreibwettbewerb leider glücklicherweise(die stories waren wirklich fürchterlich) nicht gewonnen habe, werde ich es in der nächsten Zeit wieder hochladen.

LG - Jo
21.7.06 16:01


00 - Prolog

Das Einzige, was Louise Waldmann noch von dem 15. Januar des Jahres 1925 wusste, war, dass es recht frisch war. Eiskalt traf es wohl eher, denn der beißende Wind drang fast ungehindert durch ihre billigen Kleider und ließ die junge Frau erzittern. 23 Jahre war sie jetzt alt, 23 Jahre alt und so weit weg von zu Hause! Von Köln hatte es sie in die neue Hauptstadt verschlagen, nach Weimar, welche unter einer dicken Schicht Schnee vergraben war. Gekommen war sie mit dem Zug. Und nun stand sie hier, am Bahnhof, allein und verlassen und wartete. Eine freche Windbö fuhr ihr durch das rotblonde Haar. „Fräulein, Ihr Hut!“ Zwar hatte sie noch schnell nach ihrem Haupt gegriffen, doch sie hatte nicht verhindern können, dass ihre einzige Kopfbedeckung von eben diesem heruntergerissen wurde. Ein junger Herr hielt ihr nun den kleinen Damenhut hin, welchen sie dankbar annahm und ihn sich wieder aufs Haupt setzte. „Entschuldigen Sie bitte mein rüpelhaftes Auftreten“, schmunzelte er dann und küsste ihre Hand. Schwarze Haarsträhnen, klebrig von der Pomade, fielen ihm ins Gesicht. „Aber ich konnte es kaum erwarten, Sie wiederzusehen, Fräulein Waldmann.“ Er schien sie zu kennen und auch ihr kam dieses Gesicht bekannt vor. Die schwarze Mähne, die grauen Augen, der kölnische Akzent in seiner Stimme. Ohne Zweifel, es handelte sich hier um „Marko Kirsch?“, fragte sie unsicher. Als sie ihn vor vier Jahren das letzte Mal gesehen hatte, war er noch ein halbes Kind und nun stand er als großgewachsener Mann vor ihr.
„Aber Marko, es reicht doch, wenn du mich Louise nennst“, lachte sie und sah zu, wie er ihr den Koffer abnahm und sich langsam Richtung Ausgang in Bewegung setzte. „Und per Sie waren wir ohnehin noch nie.“
Es war lange her, seid sie sich das letzte Mal gesehen hatten, doch es schien noch genau so zu sein wie früher.
„Falk hat für dich eine Wohnung angemietet“, ging Marko dann auf dieses Angebot ein und erstarrte kurz, als ihn, draußen vor dem Eingang des Bahnhofes, eine neue Windbö erfasste. Es war wirklich sehr kalt.
„Sie liegt in der Altstadt, und sie ist riesig.“

Riesig war die Wohnung tatsächlich, wie Louise feststellen musste, als sie kurze Zeit später das Taxi verließ und zusammen mit Marko nach oben ging. Ein ganzes Stockwerk war nun ihr Reich, ausgerichtet mit einem Luxus, den sie sich nie hätte leisten können, mit ihrem Gehalt als Verkäuferin. Falk schien es wirklich geschafft zu haben… „Wann treffe ich deinen Bruder, Marko?“, fragte sie und sah sich begeistert um. Die Schränke waren gefüllt mit bestem Besteck, und selbst ein eigenes, kleines Esszimmer war vorhanden. In der Mitte der Wohnung befand sich das große Wohnzimmer, in dessen Mitte eine Sitzgarnitur stand, so dass man den wundervollen Ausblick durch die Fensterwand auf Weimar hatte. Lediglich im Kleiderschrank herrschte noch gähnende Leere.
Es war wie in einem Traum. Einem Traum. „Morgen“, antwortete Marko und griff in die Tasche seines Jacketts. Heraus zog er einen kleinen, eierschalenfarbenen Umschlag. „Den soll ich dir von ihm geben, eigentlich müsste dort alles drin stehen.“ Ein Brief also… hatte er kein Telefon? Oder hatte sie keines? Wie funktionierten diese neumodischen Apparate eigentlich? Sie hatte noch nie eines benutzt.
„Vielen Dank“, lächelte sie und nahm den Briefumschlag entgegen.

Es war beinahe wie vor einem Monat, als Falk ihr geschrieben und sie eingeladen hatte, nach Weimar zu kommen. Er hatte großes mit ihr vor, hatte er geschrieben und in den letzten Zeilen hatte sie letztendlich auch erfahren, was. Schon immer hatte er ihrem Gesang gelauscht, als sie noch zusammen wohnten und jetzt arbeitete er bei einer Firma, die Musik produzierte und vertrieb. Und: Sie wollten sie. Sie, die kleine Louise Waldmann, die eigentlich nichts anderes konnte, als singen und arbeiten. Aufsteigen sollte sie, reich werden sollten sie… ein Mädchen aus der untersten Unterschicht. Nun musste sie nur noch beweisen, dass sie es konnte, und ihre Zukunft war bis aufs weitere gesichert.
Zufrieden seufzend hing sie ihren Hut an den Garderobenständer, auch ihren Mantel und setzte sich auf die Couch, den Brief noch immer in den Händen haltend.
Ja, das war er.
Der Schlüssel zur Sicherheit.
9.7.06 16:42


Vergiss Mein Nicht.

Vergiss mein Nicht.

„Johnny, schau her!“
Auch wenn ich die weiche Stimme meiner Schwester unter Tausenden erkannt hätte – diesmal nicht. Viel zu sehr liebte ich dafür die Welt der Bücher in die ich gerne eintauchte und vollends in ihr versank. Nichts konnte dann noch meine Aufmerksamkeit erregen. Fast nichts. Es gab lediglich eine Sache, die ich noch mehr liebte als das Wissen, welches in den staubigen Seiten des Papiers begraben lag. Die Hände, die sich gerade um meinen Hals schlangen, damit sie mir einen sauber geflochtenen Blütenkranz umhängen konnten. Sie gehörten zu meiner kleinen Schwester, welche sich nun vergnügt lachend neben mir auf der Wiese niederließ. Schnappend ließ ich das Buch zusammenklappen und sah auf.
Sommer 1886 – für das verregnete England ein besonders warmer und sonniger obendrein. Leuchtend blühte der grüne Teppich, auf dem wir saßen, als gäbe es kein Morgen mehr. Raus aus der Stadt, aus dem stickigen und lärmend vor sich hinlebenden London.
Verwirrt fingerte ich an der Blumenkette herum, ließ die zerbrechlichen Köpfe durch meine Finger gleiten. „Vergissmeinnicht?“, murmelte ich und lauschte, wie die Frage lose im Raum stehen blieb. „Ja…“ Die Kleine strahlte mich an, hob die Arme und streckte sich. Ich fand es immer bewundernswert, wie sie es schaffte, sich in diesen unbequemen Kleidungsstücken (und das waren sie gewiss) so ungezwungen zu bewegen. „Damit du immer schön an mich denkst, wenn ich im Krankenhaus bin, ja?“
Dann hustete sie und ich griff in meine Hosentasche, drückte ihr etwas Weißes in die Hand.
„Hast du das letzte Mal bei mir liegen lassen, als zu Besuch warst…. Es ist mittlerweile gewaschen, du kannst es wiederhaben.“ Mehr als ein Nicken zur Antwort kam nicht von ihr. Schweigend musterte sie mich, als sie sich die roten Lippen abtupfte und das Tuch dann in den kleinen Beutel steckte, welcher an ihrem Oberrock befestigt war.
„Du weißt, dass du dich anstecken kannst?“
Natürlich wusste ich. Wer so etwas als angehender Medizinstudent nicht wusste, konnte gerade einpacken. „Hab ich bis jetzt nicht und werde es auch nicht. Du bist blass.“
Immerzu musste sie zum Arzt. Auch wenn wir froh waren, nein, falsch. Auch wenn sie froh waren, sich die Behandlung leisten zu können. Die Familie eines einfachen Wirts hatte nicht viel Geld… Mittelschicht zwar, aber nicht wohlhabend. Und ich gehörte nicht mehr dazu. Mutter wollte mich nicht mehr sehen. „Und pass bitte auf, dass du dich nicht schmutzig machst.“ Vorsichtshalber stand ich auf, griff ihre Hand und zog sie auf die Beine. „Du kennst Mutter.“ „Ja.“ Beinahe ängstlich besah sie sich das helle Sommerkleid, klopfte sich den Hintern ab, welcher durch die Tornüre voluminöser erschien als es von der Natur gegeben war. Vor 10 Jahren waren Tornüren noch größer, aber damals war sie erst vier, zu diesem Zeitpunkt war sie 14, ich 19 Jahre alt. Damals war so etwas noch nicht von Interesse für uns.
„Wie lange bleibst du im Krankenhaus?“, fragte ich, fischte ihren braunen Strohhut vom Boden und behielt ihn in der Hand. „Ich weiß nicht.“ Ein Schulterzucken.
„Die Ärzte sagten, dass ich die letzten 2 Wochen nach Hause darf.“
Plötzlich beunruhigt musterte sie den Hut. „Du kommst mich doch besuchen, oder?“ „Natürlich… sofern Mutter es mir erlaubt.“
Schwindsucht. Der Gedanke an den Namen ihrer Krankheit entlockt mir ein tiefes Seufzen. Es ist kurios, dass die Krankheit in ihrem Alter schon so weit fortgeschritten ist… sogar noch einmal auftrat, aber noch kurioser ist die Tatsache, dass die Behandlung teuer und doch sinnlos ist. Jedenfalls zu meiner Zeit.
Mutter würde es nicht, so war sie einfach… auch, dass ich nicht mehr zu Hause lebte, änderte nichts daran. Und da sah meine Schwester ganz beklemmt aus, als dachte sie genau das Gleiche wie ich, also beugte ich mich hinüber zur ihr und küsste sie, setzte ihr dabei den breitkrempigen Hut auf den Kopf. Ein rotes Band hing daran, rahmte ihr schmales Gesicht und ihre braunen, lockigen Haare ein. „Ich bring dich Heim, ja?“ „Ja…“
Traurig nickte sie und rückte mit ihren dünnen Fingern die Kopfbedeckung zurecht.
„Mutter kann sich richtig glücklich schätzen“, meinte sie dann und mir entging nicht der boshafte Klang ihrer Stimme. Es entlockte mir ein Lachen. „Nutzen wir einfach die Zeit, die wir noch haben“, forderte ich sie auf, pflückte eine Blume und steckte sie ihr in die kunstvoll geflochtene Frisur. In 60 Tagen würde sie tot sein und ich hätte sie verloren…
„Ich liebe dich“, flüsterte ich ihr ins Ohr und sie lächelte.
Auch wenn es verboten war, was wir taten… das Lächeln, was sie mir damals schenkte, hätte ausgereicht, um mich dazu zu bringen, alles noch einmal genau so zu tun, wie es geschah.
Die Kamille sah schön aus in ihrem Haar.
Prächtige, weiße Blüten.
9.7.06 01:03


Shoji's...

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